Pränatale Diagnostik
Weniger als 0.5% aller
Behinderungen lassen sich mit pränataler Diagnostik feststellen.
Die Wartezeit, bis das
Testresultat vorliegt, wird von vielen Frauen als grosse psychische
Belastung empfunden. Die Schwangerschaft wird oft geheimgehalten, bis die
Resultate der diversen Tests vorliegen. Die Frau fühlt sich schwanger
"auf Probe".
Ultraschall
Ein Ultraschallbild zu lesen ist
nur mit sehr viel Erfahrung möglich. Doch Ultraschallspezialisten können
Missbildungen erkennen, die auf Chromosomenstörungen wie z.B. Trisomie 21
schliessen lassen. Die neue Generation von Ultraschallgeräten - die
Farbkodierte Doppler Sonografie - ermöglicht den Blutfluss im Herz
sichtbar zu machen. Sogar der deutsche Berufsverband der Frauenärzte
mahnt bei Routineuntersuchungen mit diesen Geräten zur Vorsicht, denn bei
ihrer Anwendung werden die Schallwellen gebündelt auf einen sehr kleinen
Bereich gebracht, was eine Erwärmung des kindlichen Gewebes zur Folge
hat.
AFP-,AFP-Plus oder
Tripel-Test
Dieser Test, der mittels
Blutentnahme zwischen der 15. und 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt
wird, berechnet die Wahrscheinlichkeit, eine diagnostizierbare Behinderung
zu finden, und ist keine individuelle Diagnose. Die Aussagekraft dieser
Tests ist aber sehr gering und ihr Einsatz in der Praxis von Fachkreisen
umstritten. So lösen diese Tests bei den meisten Frauen unnötige Ängste
und Verunsicherungen aus. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass
MedizinerInnen ohne Beratung und Einwilligung der schwangeren Frau diese
Bluttests durchführen. Auffällige Befunde werden mit einer
Fruchtwasserdiagnose verifiziert.
Fruchtwasserpunktion
(Amniozentese)
Diese invasive Methode dient der
Analyse des Fruchtwassers. Unter örtlicher Betäubung wird der
schwangeren Frau eine Nadel durch die Bauchdecke in die Gebärmutter
eingeführt, Fruchtwasser entnommen, kultiviert und analysiert, um
Abweichungen zu entdecken. Dies geschieht zwischen der 15. und 19.
Schwangerschaftswoche, der Laborbefund ist erst nach 3 - 4 Wochen
ausgewertet, also erst gegen Ende des 5. Schwangerschaftsmonarts. Die
allfällige Unterbrechung einer Schwangerschaft bedeutet hier das
Einleiten einer Frühgeburt. Bei der Fruchtwasserpunktion liegt das
Abortrisiko um 1%.
Chorionbiopsie
(auch Chorionzottenbiopsie)
Das hierzu benötigte
Zellmaterial wird etwa in der 10. Schwangerschaftswoche von der Plazenta
in der Gebärmutter entnommen. Studien haben ergeben, dass bei der
Chorionbiopsie das Risiko einer Fehlgeburt eheblich ist, etwa 1 - 5 %.
Nachdem Kinder von Müttern, die eine Chorionbiopsie machen liessen, mit
fehlenden oder verstümmelten Fingern und Zehen, sowie
Gesichtsmissbildungen geboren worden sind, ist die Chorionbiopsie selber
in den Verdacht geraten, bei Neugeborenen Missbildungen zu verursachen.
Es lohnt sich, im Hinblick auf
ein selbstbestimmtes Entscheiden, die Pränataldiagnostik in diesem
übergreifenden Zusammenhang zu sehen und wieder vermehrt auf unsere
innere Stimme zu hören.
Weitere Informationen finden Sie
in unserer Gratisbroschüre "Schwangerschaftsvorsorge - wie gehen wir
damit um?" Zu bestellen beim appella Informations- und
Beratungstelefon.